Auswanderung der Deutschen
Teil II 1820 - 1917
3 "Deutsche Frage" und Lösungswege
3.5 Ausbruch des Ersten Weltkrieges
3.5.3 Pogrom
3.5.3.2 Angriffe auf russische Unternehmen
3.5.3.2.1 Hilfe-Versuche
Ein Bild von den Ergebnissen dieser gewaltsamen Ereignisse vermittelt die Schilderung von Nikolai Charlamow:
"Als ich vom Nikolai-Bahnhof kommend durch die Stadt fuhr, ...versetzte mir der Anblick der Moskauer Straßen geradezu einen Schlag. Man hätte glauben können, die Stadt wäre gerade von der Wilhelminischen Armee bombardiert worden ... In vielen Geschäften waren die zerschlagenen Schaufenster mit Holzbrettern verrammelt, an denen vielfach große Plakate mit recht originellen Aufschriften angebracht waren. Auf einem der verwüsteten Geschäfte in der Kammerherrengasse war zum Beispiel zu lesen: "A. Bykov, der seinen Handel im Namen der russischen Staatsbürger und Adligen Schwarz betreibt, wurde aufgrund eines Mißverständnisses Opfer des Pogroms." Auf einigen Plakaten belegten Geschäftsinhaber, die das Pech hatten, ausländische Familiennamen zu tragen, durch Stammbäume ihre russische Herkunft. Aus einer dieser Anschriften konnte ich zum Beispiel erfahren, daß die Eltern des Eigentümers eines verwüsteten Geschäftes wie auch alle seine nahen Verwandten auf dem orthodoxen Vagankovoe-Friedhof beigesetzt sind."