Geschichte der Russlanddeutschen

Auswanderung der Deutschen

Teil II 1820 - 1917

5 Rolle der Schule

5.2 Lehrer

5.2.1 Klassenstärke

Die große Kinderzahl und die geringe Zahl der vorhandenen Lehrer führten in den Kolonien zu unvorstellbaren Klassenstärken.

In den Wolgakolonien kam zum Beispiel 1867 auf der Bergseite auf 232 Schüler ein Lehrer. Auf der Wiesenseite sah es etwas günstiger aus. Hier hatte ein Lehrer durchschnittlich 150 Schüler zu betreuen. In Extremfällen stand ein Lehrer einer noch weitaus größeren Schülerzahl gegenüber. In der Kolonie Balzer etwa musste ein Lehrer rund 800 Schüler "unterrichten". Im Jahr 1900 wurde dann eine Verfügung erlassen, dass in keiner Klasse mehr als 200 Schüler unterrichtet werden dürften. Wenn die Gemeinden jedoch keine zusätzlichen Lehrer einstellten, konnten nicht alle schulpflichtigen Kinder eingeschult werden. 1910 wurde dann von der Schulbehörde verfügt, dass ein Lehrer nicht mehr als 70 Schüler betreuen dürfe, 1912 wurde diese Zahl auf 50 verringert.

In den Kolonien Südrusslands war die Lage nicht so dramatisch. Durch die Streulage der Kolonien lag die Klassenstärke hier um 1900 zwischen 40 und 100 Schülern.

Über die Zustände, die sich aus den hohen Schülerzahlen in den Klassen ergaben, und die daraus resultierende Qualität des Unterrichts informiert ein Bericht link von A.A. Klaus.
 
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