Einen besonderen Stellenwert im kirchlichen Leben der Kolonien nahm der sonntägliche Gottesdienst bei den Russlanddeutschen ein. Bereits am Sonnabend wurden Hof und Straße gefegt, damit pünktlich am Sonntagvormittag die gesamte Familie zur Kirche gehen bzw. fahren konnte. Die Bedeutung, die man dem Sonntag beimaß, drückt sich unter anderem auch darin aus, dass es nicht üblich war, sich an diesem Tag gegenseitig zu besuchen.
Die seelsorgerische Tätigkeit der Geistlichen umfasste neben den Gottesdiensten an den Sonn- und Feiertagen noch andere Bereiche wie zum Beispiel den religiösen Unterricht der Kinder und Jugendlichen in den Sonntagsschulen, Taufen, Beerdigungen, Hochzeiten, Kommunion oder Konfirmation sowie das Abendmahl.
Eine bestimmende Rolle spielte die Kirche auch bei der Bewahrung und Praktizierung der verschiedenen Sitten und Bräuche
[siehe hier] 
, die von den deutschen Kolonisten gepflegt wurden.