Geschichte der Russlanddeutschen

Auswanderung der Deutschen

Teil III 1917 - 1955

6. Die Nachkriegsentwicklung bis zur Auflösung des Sonderregimes für die Russlanddeutschen 1955

6.4 Neue Produktionsbedingungen und Tätigkeitsfelder

traktorist
Vor der Deportation und auch kurz danach war die Landwirtschaft noch das wichtigste Tätigkeitsfeld der Russlanddeutschen. Während der Kommandanturzeit setzte eine neue Welle der Neulandgewinnung in den Steppen Kasachstans ein, bei der viele deutsche Sondersiedler eingesetzt wurden.

Ein großer Teil der Russlanddeutschen musste aber auch in anderen Wirtschaftszweigen arbeiten, vor allem in Bergbau- und Hüttenindustrie, in der Holzindustrie, beim Städtebau und dem Ausbau der Verkehrswege. Damit sollte die Schaffung der neuen industriellen Basis Sibiriens und Kasachstans unterstützt werden. Die vormaligen Bauern waren jetzt Industriearbeiter, anfangs vielfach in ungelernten Berufen und schlecht bezahlt.

Mit der weiteren Normalisierung der Verhältnisse waren Russlanddeutsche zunehmend auch als Angestellte, Ärzte und in anderen akademischen Berufen tätig.

Nach Beendigung der Kommandanturzeit und der nun möglichen freien Wahl des Wohnortes und des Arbeitsplatzes fanden Russlanddeutsche leicht Arbeit, insbesondere bei der Neulanderschließung und in industriellen Großprojekten.

Dabei erfolgte eine verstärkte Abwanderung in die Städte, verbunden mit einer weiteren Veränderung der sozialen Struktur dieser Menschengruppe.

Die Russlanddeutschen haben in den schwierigen Zeiten nach der Deportation bis zur Aufhebung des Kommandanturregimes bedeutende wirtschaftliche Leistungen link vollbracht, die selten offiziell anerkannt wurden, aber dennoch einen großen Beitrag beim Wiederaufbau der Sowjetunion nach dem Krieg darstellten.

Zwei Erlebnisberichte sollen als Beispiele die Situation illustrieren. Heinrich Dorn link und Alexander und Sophia Merk link
 
Startseite  |   Inhalt   |   zurück